Abies marocana

Marokko Tanne

Für Eilige

Sie sehen richtig, vor Ihnen steht eine zweite afrikanische Tanne, die ebenfalls sehr rar und außer in botanischen Gärten selten zu finden ist. Nur in unwegsamen Lagen im Nordwesten Marokkos konnte diese Baumart überleben, nachdem 90% der ursprünglichen Tannenbestände durch Übernutzung und Beweidung verloren gingen.

Für Waldbesucher

  • Das Vorkommen dieser Tanne ist 15.000 ha groß und liegt im Rif-Atlasgebirge (Ibel-Bouhalla-Massiv) westlich von Chaouen, südlich von Tetuan und nördlich von Bab-Zaza. Die Höhenlagen liegen zwischen 1.300 und 2.000 m Seehöhe.
  • Nachdem Marokko eine französische Kolonie war, könnte man vermuten, dass vor allem in französischen Wäldern Probeanbauten vorliegen, was leider nicht der Fall ist.
  • In europäischen Arboreten ist die Marokkotanne eher selten und es gibt nur wenige forstliche Probeanbauten – dies soll sich nun ändern: im Gemeindewald Hausen sowie im Rottendorfer Gemeindewald gibt es nun erste Probeanbauten.

Für Waldbesitzer

  • Die vor Ihnen stehende Tanne wurde im März 2025 gepflanzt.
  • Diese Tannenart mischt sich in ihrer Heimat mit folgenden Baumarten: Steineiche, portugiesische Eiche, Mehlbeere, Eibe. In höheren Lagen gesellt sich die Atlaszeder dazu.
  • Die Niederschläge liegen bei 1.200 bis 1.400mm, sind also mit uns nicht vergleichbar – allerdings fallen im Sommerhalbjahr nur 50 mm Regen, was einem extrem sommertrockenen Klima entspricht.
  • Als Gebirgsbaum ist sie mit einer Frosthärte von minus 20 Grad Celsius ausgestattet.
  • An Bodenansprüchen ist sie in ihrer Heimat an Kalkverwitterungen angepasst.
  • In ihrer Heimat wird sie trotz Gebirgslagen 30-50m hoch.
  • Sie ist sehr wuchskräftig und kann Vorräte bis 700 fm/ha erreichen.
  • Sie verjüngt sich durch Saat sogar auf Freiflächen und kann durch ihr rasches Jugendwachstum sogar konkurrierende Pionierbaumarten ausschalten.
  • Probeanbauten existieren in den Gemeinden Hausen und Rottendorf.

Marokko Tanne.