Fagus sylvatica

Rotbuche

Für Eilige

Die Rotbuche wird im Volksmund die "Mutter des Waldes" genannt – dabei ist sie aus der Sicht des Waldbesitzers oft die "Stiefmutter des Waldes", denn sie verbreitet einen tiefen Schatten und dunkelt so viele in der Nachbarschaft stehende Begleitbaumarten einfach aus – fertig ist die Laube.

Für Waldbesucher

  • Wunderschön anzusehen ist das gelbgrüne Frühlingslaub, das im April die Buchenwälder zuerst in der unteren Ebene und dann immer weiter nach oben steigend, mit ihren magischen Blattkaskaden die Lufträume des Waldes erobert – das dürfen sie sich nicht entgehen lassen.
  • Dies ist auch die Zeit der sog. "Frühlingsgeophyten" dem Blütenflor am Waldboden, der nur einige Wochen zu sehen ist (Buschwindröschen, Leberblümchen, Frühlingsplatterbse, Bärlauch, Lerchensporn etc.)
  • Ab Mitte/Ende Mai ist dann alles mit einem dunklen Einheitsgrün versehen, was natürlich bei sommerlicher Hitze zu einem eindrucksvollen Erlebnis wird – im Buchenwald ist es bis zu 7 Grad Celsius kühler, als draußen auf den Feldfluren.

Für Waldbesitzer

  • Die vor Ihnen stehende Rotbuche wurde im November 1996 gepflanzt.
  • Die Rotbuche ist in Deutschland mit 15% unser häufigster Laubbaum und hat viele Verwendungen:
  • Möbelholz, das im Gegensatz zur Eiche zu erschwinglichen Preisen zu haben ist.
  • Sperrholz, das durch viele gegeneinander verleimte Schichten beinahe in jede Form gebogen werden kann.
  • Gestellware, die das konstruktive hölzerne Innenleben von Sofas bildet.
  • Brennholz; 1 Ster (=Raummeter; 1x1x1m) besitzt einen Heizwert von 250 l Heizöl.
  • Sie ist bei den Laubbäumen unser am mächtigsten werdende Baum – auf guten Standorten kann sie bis 50 m hoch und 1,5 m dick werden – dann ist sie allerdings auch an die 180 Jahre alt.
  • Die Rotbuche ist eine wichtige unterständige Baumart in Eichenwäldern, wenngleich auch hier der Spruch gilt: "Die Buche ist der Wolf der Eiche".
  • Dies kommt daher, weil die Buche im Allgemeinen 10 m höher wird, als die Eiche und so bei der Bewirtschaftung der Eichenwälder immer wieder die sog. "Durchstechende Buche" (= Hindurchstoßen durch das Kronendach der Eichen) entnommen werden muss, sonst ist das Schicksal der begleitenden Eichen besiegelt.
  • Die Majestät eines alten Buchenwaldes mit seinen an Säulen erinnernden Stämmen, die einem gotisches Kirchenschiff gleichen, ist zu allen Jahreszeiten ein eindrucksvolles Erlebnis.
  • In Würzburg existierten noch in den 1990er Jahren in Unterhanglagen bei guter Wasserversorgung Rotbuchen mit einer Höhe von bis zu 52 m – dann waren sie bis zu 1,2 m dick.
  • Leider sind die Rotbuchen seit der Folge von Trockenjahren ab 2018 im Landkreis von Würzburg zum Sorgenkind geworden. Inzwischen stehen tausende von abgestorbenen Rotbuchen in unseren Wäldern im Weinbauklima Unterfrankens.
  • Die Nordwestdeutsche Forstliche Forschungs- und Versuchsanstalt definiert den Wohlfühlbereich der Rotbuche erst ab 700 mm Jahresniederschlag. Dies war in der Gegend um Würzburg nur selten gegeben.
  • Deshalb ist sie auch keine Klimawandelbaumart!

Rotbuche.