Fraxinus excelsior

Esche

Für Eilige

Der lateinische Name "Fraxinus" (=brechen) kommt von seiner historischen Nutzung als landwirtschaftliches Futtergehölz. Früher waren Viehweiden von Eschen umpflanzt, bei denen v.a. in Trockenjahren das grüne Eschenlaub von den Zweigen herunter gebrochen wurde, um als Viehfutter zu dienen. Diese mittelalterliche Laubheunutzung wurde ganz systematisch ausgeübt, um dem Vieh zusätzliche Mineralstoffe zuzuführen.

Für Waldbesucher

  • Wenn sie Museumsdörfer in Berggebieten besuchen, werden sie feststellen, dass die Skier in früheren Zeiten allesamt aus Eschenholz gefertigt wurden. Das Holz ist langfaserig und extrem zäh, alles Eigenschaften, die früher der winterlichen Fortbewegung dienten.
  • Wer sportlich unterwegs ist, wird sich erinnern, dass beispielsweise die Hölzer am Reck oder früher auch die Hochsprunghölzer aus Eschenholz gefertigt wurden.

Für Waldbesitzer

  • Die vor Ihnen stehende Esche wurde im November 1996 gepflanzt.
  • Die Esche ist nach der Rotbuche und der Eiche die dritthäufigste Laubaumart im Landkreis von Würzburg.
  • Sie besiedelt alle Böden und ist vor allem auf schweren Tonböden den anderen Baumarten im Wuchs überlegen.
  • Wenn sommerliche Eichenwälder vom Raupenfraß des Schwammspinners kahl gefressen werden, dann bleiben die Eschen weiterhin grün -  sie haben wohl einen Fraßschutz in ihrem Blattwerk verankert.
  • Die Esche ist eine Baumart, die selten gepflanzt werden muss, da sie über eine hervorragende Naturverjüngungsfähigkeit verfügt -  ihr Saatgut ist geflügelt und fliegt so kilometerweit durch die Lüfte.
  • Die Esche hat zwei Verbreitungsschwerpunkte: Erstens in Bach- und Flusstälern, in denen sie durch ein extrem dichtes Wurzelwerk die Uferbefestigung leistet.
  • Zweitens die sog. "Kalkesche", bei der sie trockene Kalkverwitterungslehme besiedelt und dort ganz ansehnliche Wuchsleistungen vollbringt.
  • Auf den sog. Ornatentonterassen bei Scheßlitz/Haßberge läuft sie zur Höchstleistung auf und erreicht bis 40 m Höhe und kann bis 1,5 m dick werden.
  • Leider ist seit dem Jahr 2000 eine asiatische Pilzkrankheit unterwegs, die unsere Jungpflanzen der Esche befällt und sie mitten in der Vegetationszeit zum Abwelken der Blätter bringt. Dies erfolgt durch das Verstopfen der Leitungsbahnen unter der Rinde.
  • Im Berggebiet um das bayerische Teissendorf wurden alte Eschen getestet, wie gut sie es inzwischen gelernt haben, mit dieser Krankheit umzugehen. Dabei wurden 7 % an Alteschen gefunden, die diese Krankheit in Schach halten können. So keimt Hoffnung für die Zukunft auf.

Anekdoten

  • Der germanischen Mythologie nach war der Speer der Gottheit Wotan aus Eschenholz gefertigt.
  • Bei unseren keltischen Vorfahren wurde das erste Menschenpaar aus den Bäumen Ask (=Esche) und Embla (=Ulme) gebildet.
  • Bei den Römern war die Esche der Sonne geweiht – damit einher gingen ein- und ausstrahlende Fähigkeiten:
  • Stellt man sich unter eine Esche und blickt nach oben, so erscheint ein Sonnenrad - die Krone geht allseitig sehr gleichmäßig radial nach außen und wirkt bis in die feinsten Verzweigungen der Blätter als ein Abbild der Sonnenstrahlen...
  • Auch die menschliche "Austrahlung" ist nicht umsonst eine sehr individuelle Angelegenheit - und es ist nicht egal, mit welcher Ausstrahlung man in seinem Alltag wirkt und sich gibt.
  • Desgleichen ist es mit den Fähigkeiten, die mit dem "Einstrahlen" zu tun haben – mit welchen Dingen umgebe ich mich – welche Dinge lasse ich auf mich einstrahlen, um sie in mein Wesen aufzunehmen – sie zu verinnerlichen.

Esche.