Sorbus domestica

Speierling

Für alle Interessierte

Weiterer Name: Sperberbaum

Für Eilige

Noch vor kurzem fast unbekannt, zählt der Speierling zu den sog. einheimischen exotischen Baumarten, auf die in Zukunft eine wesentliche Hoffnung bezüglich klimatischer Robustheit liegt – er liebt das sonnige und trockene Weinbauklima.

Für Waldbesucher

  • Wertvolles Insektengehölz (Frühlingsblüte) sowie Vogelschutzgehölz (herbstlicher Früchtesegen).
  • Seltene Begleitbaumart in Weinbaulagenwäldern ehemals römischer Siedlungsgebiete.
  • Auf Streuobstwiesen meist künstlich angebaut, weil die gerbstoffhaltigen Früchte für den Zusatz zum Apfelwein verwendet wurden.
  • Das Laub ist stark gefiedert, weshalb der Speierling oft mit der ähnlich belaubten Vogelbeere verwechselt wird. Der Fruchtbehang ist aber deutlich unterschiedlich, denn er wird durch gelblich-rötlich gefärbte Apfel- bzw. Birnenförmige Kleinfrüchte gebildet.
  • Die Rinde der Stämmchen reißt bereits ab 5 cm Durchmesser vom Wurzelhals an auf und bildet relativ bald von unten her ein Birnbaumartiges Rindenbild. Die Rinde der Vogelbeere bleibt im Gegensatz dazu bis in größere Durchmesser glatt und kirschenartig (Ringelborke).

Für Waldbesitzer

  • Die hiesige Anpflanzung erfolgte 2015 mit einem zweijährigen verschulten Sämling.
  • Der Speierling ist eine ausgesprochene Lichtbaumart. Deshalb misslingt ihr Anbau unter dem Schatten von Altbäumen. Im Rahmen eines insektengerechten Waldbaues (Blüten und Früchte) sollte diese im Herbst sich wunderschön rotfärbende Laubbaumart viel häufiger angepflanzt werden.
  • Es wird keine natürliche Verjüngung durch Vogelsaat zu beobachten sein. Deshalb geht man davon aus, dass diese fruchttragende Baumart (ähnlich der Esskastanie) von römischen Legionären mit eingeführt wurde.
  • Sie ist in der Jugend relativ starkwüchsig, später im Wuchs (ab 10 cm Durchmesser) jedoch stark nachlassend. Sie wird dann von allen heimischen Begleitbaumarten leicht überwachsen und wandert in den Unterstand ab, wo sie zäh ums Überleben kämpft. Deshalb muss sie in den ersten Jugendjahren stark gefördert und frei gehalten werden, um die ihr eigene Vorwüchsigkeit ausleben zu können. Sie kann ab dem 3. Standjahr pro Jahr einen Meter Höhenzuwachs leisten.
  • Am Waldrand von Weinbaulagenwäldern können ohne weiteres 25 Meter hohe Altbäume vorkommen, die bis zu 40 cm Durchmesser aufweisen können. Der Speierling soll bis zu 300 Jahre alt werden.
  • Das Holz selbst ist feinfaserig, hart und schwer und wird unter dem Sammelnamen "Schweizer Birnbaum" gehandelt. Früher wurde es für maßhaltige Spezialverwendung gebraucht (Zeichengeräte, Zirkel, Sextant).

Speierling.