Diese eher unbekannte Begleitbaumart in Eichenmischwäldern ist wegen einer Pilzkrankheit in den letzten Jahrzehnten fast ausgestorben.
Für Waldbesucher
Diese sehr selten gewordene Holzart wurde früher von unseren Schreinern als "Rüster" bezeichnet. Sie war einst eines der schönsten Möbelhölzer, bis eine aus Holland eingeschleppte Pilzerkrankung unsere europäischen Ulmenarten bis an den Rand des Aussterbens brachte. Dabei fungiert der einheimische Ulmensplintkäfer als Überträger der Pilzsporen, die dann im lebenden Baum die Leitungsbahnen verstopfen, und so den Baum von oben nach unten zum Absterben bringen.
Ein amerikanischer Botaniker namen Dr. Smalley (Spitzname "Mister Elm"!) kreuzte daraufhin asiatische und amerikanische Ulmenarten, und züchtete damit die sogenannten Resista-Ulmen.
Für Waldbesitzer
Diese Bäume wurden im Dezember 2011 als einjährige Sämlinge gepflanzt.
Die Feldulme ist als Baumart der 2. Klasse vor allem in Eichenwäldern weit verbreitet gewesen und durch das Ulmensterben leider stark zurückgegangen. Wenn im Eichenwald oder an Laubholzwaldrändern durch Holzeinschläge Licht geschaffen wird, tauchen plötzlich erneut Feldulmen auf, die als Samen oder Wurzelbrut viele Jahre überliegen und so in Ruhephasen verharren können. Die Erhaltung dieser Ulmenart ist eine naturschutzfachlich wichtige Aufgabe allerersten Ranges.
In bachbegleitenden Auwäldern ist die Feldulme ein Vertreter der Klimaxgesellschaft, also des Endstadiums dieser fast urwaldartigen Vegetationsform, bei dem sie im Unter- und Zwischenstand unter den mächtigen Eschen-Althölzern weit verbreitet sind.
Wenn die Feldulme in Teilbereichen von sog. Resista-Ulmen ersetzt wird, dann könnte diese wertvolle Baumart auch überall in anderen Laubmischwäldern wieder einen kleinen Anteil bilden, der diesem herrlichen Rüsterholz eine Zukunftsoption eröffnen könnte.
Diese Resista-Ulmen werden vegetativ durch Stecklinge vermehrt – die Mutterquartiere befinden sich bei den Darmstädter Forstbaumschulen.
Anekdoten
Der Name "Rüster" ist eine Erinnerung an die Gerüststangen der mittelalterlichen Großbaustellen (z.B. Kölner Dom), bei denen die damaligen Gerüste aus Ulmen-Stangenhölzern bzw. Ulmen-Stockausschlägen gefertigt wurden. Erst in der modernen Zeit der vermehrten Handelsbeziehungen wurden die Gerüststangen aus den leichteren Fichtenstangen gefertigt. Diese wurden über weite Strecken aus den Berggebieten herangeschafft, oder später einfach im Tiefland angebaut.
Die Frage ist, mit welchen Eigenschaften wir uns täglich "rüsten" müssen, um den so herausfordernden Anforderungen eines modernen Alltagslebens gewachsen zu sei.
Die Verzweigungsform einer Ulmenkrone besteht meist aus lauter Vergabelungen. Schon von weitem kann man so eine Ulmenkrone von anderen Baumkronen unterscheiden. Es schaut so aus, als würden dabei Hindernisse sehr elegant umschifft – so können wir uns davon eine Scheibe abschneiden, und den Steinen, die uns in den Weg gelegt werden, einfach ausweichen, sie elegant umschiffen.
Die Ulme war bei den Römern dem "Merkur" geweiht. Merkur war der schnelllebige Schutzpatron der Kaufleute und gleichzeitig auch der Diebe – Kaufleute versuchen Waren im Umlauf zu halten und daran Geld zu verdienen – wenn Waren zu stark gehortet werden, kommen Diebe und bringen sie wieder in Umlauf.