Pseudotsuga menziesii

Douglasie

Für Eilige

Die Douglasie ist der überall gefeierte Ersatzbaum für die zur Zeit verloren gehende Fichte. Er stammt jedoch ebenso aus Bergregionen im pazifischen Westen der USA und könnte sich deshalb bei weiterer Erwärmung und anhaltender Trockenheit als Fehleinschätzung erweisen.

Für Waldbesucher

  • Die Douglasie ist eine äußerst schnell wachsende und leistungsfähige Bauholz-Baumart, die auch bei Zimmerleuten äußerst beliebt ist, weil ihr Holz in der Verarbeitung sehr ruhig bleibt und kaum arbeitet und reißt.
  • Ihr Holz hat einen deutlichen Rotton und ist durch ihre naturgemäße Imprägnierung auch für den Außenbereich geeignet und deshalb allseits sehr beliebt.
  • Sie verfügt über eine deutlich höhere Anzahl an Harzkanälen und gashaltigen Leitungsbahnen, weshalb sie gegenüber Borkenkäfern deutlich besser abschneidet, als unsere einheimische Fichte.

Für Waldbesitzer

  • Die vor Ihnen stehenden Bäume wurden im Herbst 1996 gepflanzt und gehören zu den wüchsigsten Baumarten in dieser Probeanpflanzung.
  • Ihr Verbreitungsgebiet in den pazifiknahen durch Steigungsregen gekennzeichneten Gebirgslagen unterscheiden sich von unserem Tieflandklimaganz erheblich.
  • Die Nord-Süd-Ausdehnung in den USA beträgt 2.500 km, was in etwa der Strecke zwischen unserem europäischen Nordkap und Sizilien entspricht.
  • Sie ahnen schon, dass es bei solch einem großen Verbreitungsgebiet erhebliche Herkunftsunterschiede gibt:
  • Die sog. "Grüne" Douglasie wäschst in den Bereichen des pazifiknahen Steigungsregens.
  • Die sog. "Graue" Douglasie wächst als Gebirgslagenbaumart weiter im Landesinneren – deren trockenste Ecke kommt mit 700 mm Niederschlägen aus. Jedoch sind diese Herkünfte in unseren Tieflagenwäldern von einer Pilzkrankheit bedroht, dem sogenannten Schüttepilz.
  • Nachdem wir in unseren Weinbaugegenden oft weniger als 600 mm Jahresniederschläge zu verzeichnen haben, ist diese wertvolle Nadelbaumart eher für unsere Berglagenwälder ab 800 mm Niederschlägen geeignet.
  • Tatsächlich sind in den Trockenjahren 2018 bis 2020 in unserem Weinbauklima vor allem die einzeln beigemischten Douglasien an Trockenheit ausgefallen. Erstaunlicherweise sind Douglasien im Reinbestand mit diesen verheerenden Trockenheiten besser zurecht gekommen. Es kann vermutet werden, dass unsere heimischen Laubhölzer mit ihren Wurzeln die Restwasservorräte in tieferen Bodenschichten besser nutzen konnten, als die einzeln beigemischten Douglasienstämme.
  • Seit 2024 wurde im Gemeindewald Estenfeld weitere Schäden an den Douglasien festgetellt: Der krummzähnige Tannenborkenkäfer befällt die Stämme und bringt sie zum Absterben – ein weiteres Indiz, dass im Weinbauklima die Douglasie nicht mehr angebaut werden sollte.

Douglasie.