Tilia platyphyllos

Sommerlinde

Für Eilige

Die Linde ist ein Begleitbaum des Menschen. So kennen wir Dorflinden, Hoflinden, Kapellenlinden, Wallfahrtslinden, Marienlinden, Lindenalleen, Wegekreuzlinden, Gedenklinden. Sie stehen an Orten menschlichen Zusammentreffens und fördern die menschliche Gesprächskultur.

Für Waldbesucher

  • Eine Besonderheit sind sog. Tanzlinden, die ein in der Höhe liegendes Podium für die Tanzpaare und ein noch weiter erhöhtes Podium für die Kapelle beinhalteten. Urkundlich festgehalten ist beispielsweise die Tanzlinde von Schenklengsfeld (NO-Hessen), die seit 1250 Jahren besteht und mit 20 m Höhe sowie 110 m Kronenumfang die mächtigste ihrer Art ist. Linden gehören damit zu den am ältesten werdenden Bäumen in Mitteleuropa.
  • Um 5.000 v. Chr. kamen die Linden als später eingewanderte Begleiter der damals vorherrschenden Eichen-Hainbuchenwälder über die Balkanroute nach Mitteleuropa.
  • Durch menschliche Übernutzung (Lindenbast war damals der Kleidungsrohstoff) sind die Linden bereits in der Steinzeit (2.000 bis 4.000 v. Chr.) stark zurückgegangen.

Für Waldbesitzer

  • Für den Lindenbast wurde die Rinde von 5 bis 7-jährige Stockausschlägen im saftreichen Frühling abgeschält und bis zum Herbst in Wasser eingelagert. Danach wurden die langfaserigen Bastfaserstränge von den verholzten Rindenschichten gelöst, gekämmt und ähnlich den Schafwollfasern zu Textilien und Seilen weiter verarbeitet.
  • In der damaligen Niederwaldwirtschaft wurden alle 15 bis 25 Jahre die Laubhölzer abgesägt, d.h. auf den Stock gesetzt. Insbesondere die in große Tiefen strebende Lindenwurzel mit ihrer intensiven Durchwurzelungskraft ist die Ursache für ein mächtiges Stockausschlagvermögen, der geradezu schlinggewächsartig mit bis zu 30 Austrieben pro Wurzelstock in Erscheinung tritt.
  • Übrigens überraschen die Lindenknospen beim Kauen mit einem feinen Nussgeschmack und das innere Grün der Knospen war für unsere Vorfahren ein wichtiges Wintergemüse, das ihrer Gesunderhaltung diente.
  • Die Sommerlinde ist eine subatlantisch – submediterrane Baumart, die bis weit in die Ukraine und den Balkan vorkommt. Sie gedeiht eher auf reicheren Böden und hat ihren Verbreitungsschwerpunkt in Eichen-Hainbuchenwäldern sowie bachbegleitenden Auwäldern und Schluchtwäldern.
  • Sie ist auch schattertragend und deshalb in der Lage, in eher dunklere Buchenbestände einzudringen.
  • Die Anpflanzung erfolgte im Dezember 2011 mit einem zweijährigen verschulten Sämling.

Sommerlinde.