Quercus robur
Die Eiche ist in unseren warmen Weinbaugegenden eine der wichtigsten und weitgehend stabilen Baumarten und bildet aktuell ein wesentliches Rückgrat vieler kommunaler und privater Waldflächen in Nordbayern.
Die Eichen werden seit der Zeit der alten Griechen und Römer den Planetenkräften des Mars zugeordnet. Marskraft heißt, sich in Treue und Beharrlichkeit einer Aufgabe zu stellen, obwohl sich schier unlösbare Aufgaben auftürmen.
Dem Planeten Mars werden beispielsweise Impulskräfte und Reservekräfte zugeschrieben:
Die Reservekräfte der Eiche sind am deutlichsten im Austriebverhalten des Frühlings zu beobachten. Kaum öffnen sich die Knospenschuppen ein wenig, so können bereits winzige frühfressende Schmetterlingsraupen (z.B. Frostspanner) ins Innere der Knospe hinein schlüpfen und so die Blatt- und Blüten- und Samenanlagen verspeisen. Dies kann dazu führen, dass die Eiche den ganzen Mai über kahl den mit Vogelgesang überbordenden Frühlingswald erlebt. Ende Mai kommt dann ein verfrühter Johannistrieb, der eine neue Blattgeneration hervorbringt.
Auch dieser zweite Blattaustrieb kann von sogenannten spätfressenden Schmetterlingsraupen (z.B. Schwammspinner) komplett verspeist werden. Nun steht die Eiche im Juni/Juli kahl da, was schon ein unheimliches Empfinden auslösen kann.
Ende Juli kommt dann der dritte Belaubungsschub, der jedoch auch wieder umsonst sein kann, wenn günstige Witterung die massenhafte Vermehrung des Mehltaupilzes begünstigt. Die Pilzhyphen lähmen die blattunterseitigen Spaltöffnungen, und bevor die Eiche sich zu stark in der Verdunstung verströmen würde, lässt sie auch diese dritte Blattgeneration lieber abwelken und wartet noch ein bischen.
Im August kann sie dann noch ein viertes Mal austreiben – ein Wunder an Beständigkeit! Nun hat sie noch den September und Oktober Zeit, um genügend Reservestoffe zu bilden, um im kommenden Frühling wieder ein neues Austriebsspektakel zu wagen.
Die Impulskräfte der Eichen sind beim herbstlichen Herabfallen der Eichelfrüchte zu beobachten: Schädlingsbefallene Eicheln fallen bereits im September herab, während im Oktober die gesunden und keimfähigen Exemplare herabregnen. Ab November platzen die Früchte auf und zwei mandelförmige Reservekörper bilden gemeinsam einen sich verbindenden Wurzelspross, der sich sofort den Weg senkrecht in die Tiefe sucht. Zuerst durch die bodennahe Luft, dann in die Laub-, Gras-, Moos- und Humusschicht hinein in den Mineralboden. Ein monatelanges Wurzelsprosswachstum kann nun beobachtet werden: Von November, Dezember, Januar, Februar, März, April, Mai und Juni dauert es (bis zu acht Monate!), bis ein zweiter Spross sich aus den gemeinsamen Mandelförmigen Keimblättern (Reservekörpern) bildet, der diesmal senkrecht in die Höhe strebt. Dieser Terminaltrieb bleibt meist bei 10 cm Höhenwachstum stehen und bildet zwei kleine Blättchen – einen kleinen Blattpropeller. Bei günstiger sommerlicher Wasserversorgung kann ein weiteres Blattpaar mit weiterem geringen Höhenwuchs dazu kommen. Die Wurzelentwicklung ist dann gewichtsmäßig um das 100-fache im Vergleich zum Gewicht der Eichelfrucht angewachsen. Dies kann ein schönes Sinnbild für uns Menschen sein: Die junge Eiche kümmert sich vorwiegend um ihre Verwurzelung und strebt kaum nach auffallendem Wachstum. Auch wir Menschen sind nur so gut aufgestellt, wie unsere Verwurzelung in unseren Tiefen und im Familien- und Freundeskreis ist.