Taxus baccata

Eibe

Für Eilige

Die Eibe ist durch die mittelalterlichen Beweidungsaktivitäten in den Wäldern an den Rand der Ausrottung gebracht worden, da sie für unsere domestizierten Haustiere (Schaf, Ziege, Schwein und Rind) ein tödliches Futterlaub besitzt. Dabei war sie ursprünglich zur Römerzeit ein häufiger Begleiter der damals vorherrschenden Rotbuchenwälder Germaniens gewesen. Ihre Wiedereinbürgerung ist ein naturschutzfachliches Ziel allerersten Ranges.

Für Waldbesucher

  • Naturschutzfachlich ist diese Baumart deshalb interessant, weil sie in den winterkahlen Laubwäldern heimisch war. Im dichten grünen Gezweig brüten viele Vogelarten und die herbstliche rote Beerentracht ist eine bevorzugte Vogelspeise.
  • Das Holz der Eibe kennen diejenigen, die schon einmal englische Stilmöbel gesehen haben. Es ist rotbraun und hat einen hauchdünnen schwarzbraunen Spätholzstreifen. Deshalb ist das Holz sehr dekorativ.
  • Im keltischen Baumkreis stand alle 2 Wochen eine neue Baumart als Geburtsbaum. Die Eibe stand damals außerhalb dieses Baumkreises. Sie war der Baum.des Schwellenübertrittes: Der Baum des Todes und der Baum der Geburt.

Für Waldbesitzer

  • Die hier angepflanzten Eiben stammen aus dem Herbst 2011. Sie wurden als 4-jährige Pflanze angepflanzt.
  • Die Standortsamplitude dieser Baumart ist riesig: Sie kann sowohl auf trockenen Kalkfelsstandorten, als auch in feuchten Auwäldern gedeihen.
  • Die höchsten Eiben stehen im Iran und sind als Weltnaturerbe ausgewiesen. Dort sind sie über 32 m hoch und bis zu 1,5 m dick. Sie erreichen einen Holzvorrat von über 500 fm pro Hektar. Die dortigen Baumalter betragen über 800 Jahre.
  • Die Eibe ist in der Lage, noch im tiefsten Schatten eines Buchenwaldes zu gedeihen, wo sie immer noch 10 bis 20 cm Höhenwuchs pro Jahr erreicht. Unter Eichen erreicht sie bis zu 40 cm pro Jahr. Auf einer Freifläche bis zu 50 cm pro Jahr.
  • Der Dickenzuwachs liegt bei 1 bis 3 mm pro Jahr. Dies bedeutet, dass eine Eibe auch im Zwischen- und Unterstand bereits nach 20 Jahren einen BHD von 10 cm überschreiten kann.
  • Die Eibe ist die einzige Nadelbaumart, die sich auch durch Stockausschläge vermehren kann.
  • Im Winter ist zu beobachten, dass das Rehwild gerne unter einer Eibe übernachtet. Wahrscheinlich bietet die immergrüne tiefbeastete Krone genügend Schutz vor Niederschlägen sowie evtl. Räubern.
  • Im Würzburger Residenzgarten gibt es über 200-jährige Eiben, so dass vermutet werden kann, dass hier noch eine standortheimische Herkunft vorliegt. Sie ist es wert, weiter vermehrt zu werden.
  • In Hochmittelalter barg die Eibe eine wichtige Eigenschaft: ihr hartes und zähes Holz brachte es mit sich, dass daraus die durchschlagskräftigsten Bögen gefertigt wurden. Daher war das Eibenholz im Mittelalter ein hochbezahltes Handelsgut.

Eibe.