Sequoiadendron giganteum

Bergmammutbaum

Für Eilige

Der Besuch dieser dicksten Bäume unserer Erde – teils so dick wie ein Einfamilienhaus – gehört zum Pflichtprogramm eines jeglichen USA-Besuches. Auch das Alter dieser Riesen ist mit bis zu 3.500 Jahren und ihrer Höhe von bis zu 80 Metern ein Erlebnis seltenen Ausmaßes.

Für Waldbesucher

  • Im Exotenwald Weinheim/Bergstraße gehört der dortige 1,3 ha große Mammutbaumbestand, der 1873 vom Christian Freiherr von Berckheim zu Ehren seiner Frau Sophia gepflanzt wurde, zu den eindrucksvollsten Waldbildern Deutschlands.
  • Die Jungbäume wurden 1873 mit der Postkutsche aus England angeliefert, was ein Vermögen verschlang. Ein Baum soll damals 12 Goldmark gekostet haben, was auf heute umgerechnet um die 900 Euro pro Baum betrug.
  • Am Ende seines Lebens war die Gründerfamilie pleite und der Exotenwald ging an das Land Baden-Württemberg über – jedoch: Dieser Wald ist ein Juwel mit außerordentlicher Ausstrahlung und wurde deshalb mit dem Status eines "Weltnaturerbe" ausgezeichnet.
  • Die Weinheimer Stämme sind bis zu 1,5 m dick und um die 60 m hoch. Allerdings leiden sie seit den Trockenjahren 2018 stark und sterben teils sogar ab – das dortige Weinbauklima ist wohl in den letzten Jahren zu heiß und zu trocken geworden.
  • In ihrer Heimat wachsen sie auf 1450 bis 2000 m Seehöhe, was natürlich einem rauhen Bergklima und keinem Weinbauklima entspricht.

Für Waldbesitzer

  • Der vor Ihnen stehende Mammutbaum wurde im März 2025 gepflanzt.
  • Wenn Sie diese Baumart in ihren Wald pflanzen wollen, müssen Sie eine volle Belichtung garantieren – viele Anbauten von Waldbesitzern scheiterten in den letzten Jahrzehnten, weil das Anwachsen selbst im lichten Halbschatten unter einem aufgelockerten Eichenschirm nicht gelang.
  • Ebenso verheerend ist der in unserer Gegend übliche Begleitwuchs (Brombeere, Himbeere, Brennessel, Klettenlabkraut, Vogelwicke, Waldrebe, Wilder Hopfen). Solche verunkrauteten Forstkulturen vertragen diese Jungbäumchen sehr schlecht. Sie müssen anfangs sogar zwei mal in der Vegetationszeit ausgegrast werden.
  • Außerdem sind sie in der Jugend leider frostempfindlich – es dauert ca. 10 Jahre, bis sie die Kopfhöhe erreichen, und dem bodennahen Kaltluftsee entronnen sind – dann wachsen sie allerdings flott voran.
  • Auch in der Jungwaldpflegephase müssen sie ständig von bedrängenden Nachbarbäumchen oder Sträuchern wie Haselnuss oder Holunder entlastet werden.
  • Auch die Jungdurchforstungsphase (Stangenholzstärke) ist voller Tücken – leider wachsen die meisten einheimischen Baumarten schneller voran – um diese Bäume müssen sie ständig eine kleine Lichtung freigesägen.
  • Am besten wachsen sie in Gärten, weil hier von allen Seiten freies Licht vorhanden ist. Aber Vorsicht: Es ist nicht selten, dass nach 25 Jahren bereits 50 cm dicke Exemplare erreicht werden können. Sie sollten also zum Nachbarn unbedingt 5 bis 10 m Abstand halten, wenn sie solch ein Unikat in Ihrem Garten kultivieren möchten.
  • Probeanbauten existieren in den Gemeinden Bergtheim, Hausen, Kürnach, Prosselsheim, Rottendorf, Unterpleichfeld.

Bergmammutbaum.