Prunus avium

Vogelkirsche

Für Eilige

Ihre Blüte ist der Inbegriff des Frühlingsbeginnes. Am kaiserlichen Hofarchiv in Japan sind die Blühvorgänge der Kirsche bis ins Jahr 705 nach Christus aufgezeichnet, da die Kirschblüte von der japanischen Bevölkerung als heiliger Vorgang erlebt wird.

Für Waldbesucher

  • Tatsächlich ist es ein plötzlich stattfindendes Feuerwerk, wenn aus den glänzend schwarzen Zweigen nach einem warmen Frühlingsregen die Überfülle an Blüten hervorbricht – immer wieder durch Frühlingsfröste verzögert – aber sehnlich daran arbeitend, von den ersten Insekten bestäubt zu werden.
  • Ganz zu schweigen vom Aroma der Ende Mai bis Anfang Juni erscheinenden schwarz-roten Kirsche. Erstaunlich ist dabei die Vogelwelt zu beobachten, die ganz versessen ist, die bereits oft noch grünen Kirschen von den Zweigen zu pflücken und zu verspeisen. Sie ist wohl auch bei den Vögeln als Delikatesse bekannt.
  • Das Kirschenlaub führt auch zu einer guten Humusqualität des Bodens und ist so aus Gründen der Bodenpflege die erste Wahl, um zu einem produktiven Mischwald vor zu vorzustoßen.

Für Waldbesitzer

  • Die Anpflanzung erfolgte mit einjährigen Sämlingen in der Größe von 50-80 cm.
  • Die Vermehrungsstrategie der Kirschbäume erfolgt durch mehrere sich überlappende Möglichkeiten.

    Erstens: Die Vogelwelt kotet ihre Samen gemeinsam mit ihren Exkrementen aus, so dass das mit Dünger versehene Saatgut oft im ersten Jahr bereits eine Höhe von 50-80 Zentimetern erreicht. Im zweiten Jahr wird bereits eine Höhe von 1-1,5 Meter überschritten, so dass wir es hier mit einer besonders raschwüchsigen Baumart zu tun haben. Allerdings sind auch die freilebenden Tiere an dem wohlschmeckenden Laub interessiert, so dass diese Baumart stark unter Wildverbiss leidet.

    Die zweite Vermehrungsstrategie läuft über sogenannte Wurzelbrut. Aus der gesamten Baumscheibe (= Kronengröße) können Wurzeln sogenannte Adventivknospen treiben und damit genetisch einheitliche Jungbäume heranwachsen lassen, die mit 1-100 Exemplaren pro Quadratmeter heranwachsen. Dies führt zu außergewöhnlich dichten Jungwüchsen, die sich aufgrund des engen Aufwuchses ihr Heil im Höhenwuchs suchen – hinauf ans Licht! Hier können wir dann nach und nach eingreifen, und die besten und höchsten nach und nach von ihrem nächsten Bedränger befreien.

    Eine dritte Vermehrungsstrategie läuft über die sog. Stockausschläge, der Grenzregion zwischen dem abgesägten Stamm sowie dessen Rindenregion. Hier können sich je nach Bodengüte und Stammalter bereits in der ersten Vegetationszeit mehrere bis zu 2 Meter hohe einjährige Schösslinge entwickeln.
  • So erreichen wir Stämme, die bereits 20-40 cm Durchmesser erreichen, obwohl sie erst 20-40 Jahre alt sind. Die Verkaufsstärke für Möbelholz liegt ab 30 cm, so dass wir hier das am Schnellsten heranwachsende Möbelholzsortiment vorliegen haben.
  • Keinesfalls darf der Kirschenanteil mehr als ¼ betragen, da sie zur Familie der Rosaceen gehört und viele Krankheiten die Folge sein können.
  • Im Weinbauklima ist seit den Trockenjahren 2018/2019/2020 das Absterben von Altkirschen zu beobachten. Sie ist wohl doch nicht so resistent gegen Trockenheit und Hitze, wie wir Fachleute irrtümlicher Weise angenommen hatten.

Vogelkirsche.