Die Roteiche ist die bekannteste von vielen amerikanischen Eichenarten, die am Beginn des vorigen Jahrhunderts nach Europa eingeführt wurde. Sie besticht durch ihre herbstliche Färbung in einem intensiven dunklen Weinrot.
Für Waldbesucher
Im Gegensatz zu unseren heimischen Eichen sind ihre Blätter sehr viel größer und haben spitz ausgezogene Blattränder, die sie fast an einen Ahornbaum erinnern.
Sie wächst sehr viel schneller, als unsere heimischen Eichen – meist doppelt so schnell – deshalb bildet sie sehr viel schneller dicke Eichenstämme.
Allerdings ist ihr Holz nicht von der gleichen Güte. Die Jahresringe sind ringporig aufgebaut (ähnlich der Esche). Dies hat zur Folge, dass es beispielsweise zu einem Weinfass nicht tauglich wäre – der kostbare Wein würde durch die Poren einfach verdunsten.
Für Waldbesitzer
Die vor Ihnen stehende Jungdurchforstung gehört zu den Best-off-Flächen dieser im Herbst 1996 angepflanzten Probeflächen.
Wie sie anhand der am Boden auffindbaren abgesägten Wurzelstöcke sehen, wurde hier schon mehrmals durchforstet und große Mengen an Brennholz geerntet.
Diese regelmäßige Pflegearbeit wurde deshalb durchgeführt, um die jeweils besten und langschäftigsten Stämme zu Zukunftsbäumen heranreifen zu lassen.
Die Roteiche hat vor allem auf den schwächeren Sandböden ihre große Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt. Dort gedeiht sie prächtig und wächst unseren einheimischen Eichenarten auf und davon.
Sie kommt aus den USA und dort vor allem aus einer wesentlich wärmeren Klimazone, als bei uns. Deshalb ist sie für unsere trockenen und warmen Weinbauklimaten eine ideale Zukunftsbaumart.
Um die heimischen Eichenarten von dieser sehr schnell wüchsigen Baumart zu schützen, könnten sie sie in kleinen Gebieten anpflanzen, die in etwa 20 bis 40 m Durchmesser besitzen. Vergessen Sie nicht, hier als Beimischung sog. Schattlaubhölzer, wie Rotbuche (Fagus sylvatica), Hainbuche (Carpinus betulus), Linde (Tilia div.) oder Eibe (Taxus baccata) zu beteiligen. Sie stellen eine hohe Luftfeuchte her und führen im Laufe der Jahre zu einer guten Astreinigung bei den Roteichen.