Juglans regia Ambrolauri

Kaukasische Walnuss

Für Eilige

Die Walnuss hat ein großes Verbreitungsgebiet, das um den halben nördlichen Erdball reicht – dabei erzeugt sie das wertvolles dunkel gefärbte Nussbaumholz, das vor allem im Möbelbau begehrt ist.

Für Waldbesucher

  • Unsere heimischen Walnüsse stammen eigentlich aus Kleinasien. Die vor Ihnen stehende Walnuss hat eine noch weitere Reise hinter sich und stammt aus dem Kaukasus, genauer aus den Fruchtwaldregionen von Georgischen Gebirgslagenwäldern (400 bis 1.400 m Seehöhe).
  • Das Schönste an den Walnüssen ist die herbstliche Sammelleidenschaft, die fast alle Bürger mitreißt. Es ist so, als würden unsere Gene als steinzeitliche Jäger und Sammler immer noch aktiv und erhalten geblieben sein. Ein ausgewachsener Walnussbaum in Ihrem Garten kann ohne weiteres pro Jahr 100 bis 150 kg Nüsse abwerfen. Damit können viele Winterabende mit dem Öffnen von Nüssen verbracht werden. Außerdem ist der Genuss von Walnüssen gesund und ein abendliches Butterbrot mit Walnussauflage passt hervorragend zu einem Gläschen Frankenwein.
  • Das feurige rot-braune Walnussholz hat eine abwechslungsreiche Holzmaserung zu bieten und ist damit eines der begehrtesten Möbelhölzer. Es dauert allerdings einige Jahrzehnte, bis das weniger wertvolle helle Splintholz beginnt, sich mit dem wertvollen Rotbraun des Kernholzes zu füllen. Allzu schnell gewachsene Gartennussbäume sind trotz 40 cm Durchmesser kaum verkernt, und so nur als Brennholz zu gebrauchen.

Für Waldbesitzer

  • Die Anpflanzung erfolgte 2014 mit einem einjährigen Sämling.
  • Die Walnuss ist eine ausgesprochene Lichtbaumart und bildet nur selten eine lotrechte Stammform. Sägewerker ficht das nicht an, denn auch krumme Nussbaumstämme sind im Möbelbau sehr begehrt – Hauptsache, sie sind gut verkernt!
  • Nach einem erst langsamen Jugendwachstum ist vom 3. bis 5. Standjahr an ein rasches Jugendwachstum möglich, das ohne weiteres bis zu einem Meter pro Jahr im Höhenwuchs voran kommen kann. Nussbäume können bis zu 20 m hoch und bis zu 2 m im Stammdurchmesser erreichen. Dabei liegt die Altersgrenze bei etwa 150 Jahren.
  • Sie ist also ein sehr raschwüchsiger Baum, der frühzeitig von konkurrierenden Nachbarbäumen befreit werden will. Wird er nicht rechtzeitig frei gestellt, braucht er relativ lange, um wieder zu einem notwendigen Kronenausbau ermuntert und überführt zu werden.
  • Nüsse sollten Stück um Stück von überzähligen Ästen befreit werden, um wenigstens einen 5 (bis 10) m astfreien Stamm zu erreichen. Es ist ohne Weiteres möglich, auch grüne Äste abzusägen. Dies sollte aber nur im Spätsommer (September) erfolgen, da dann der Saftdruck in den Leitungsgefäßen stark nachgelassen hat und die Xylemsäfte die frische Schnittwunde mit Calciten und Silikaten verschließen können. Auf künstliche Rindenanstriche sollte verzichtet werden, da ansonsten eine verspätete Pilzinfektion droht, wenn die dort eingearbeiteten Fungizide in ihrer Wirkung nachgelassen haben.
  • Wenn sie zu der interessanten Pflanzenfamilie von Nüssen mehr Informationen bekommen möchten, sollten sie bei der "Interessensgemeinschaft Nuss" eine Mitgliedschaft in Erwägung ziehen. Dort gibt es verschiedene Arbeitsgruppen, die sich beispielsweise mit dem Flurholzanbau, dem Fruchtertrag oder der forstlichen Wertholzproduktion befassen.

Kaukasische Walnuss.