Unsere einheimische Rotbuche wird bereits im Balkan von der wesentlich trockenheitsverträglicheren Orientbuche abgelöst. Ihr Verbreitungsgebiet geht bis in die Wüstenränder des Iran.
Für Waldbesucher
In den zurückliegenden Trockenjahren von 2018, 2019 und 2020 passierte im Landkreis von Würzburg etwas, was vorher nicht vorstellbar war: Unsere einheimische Rotbuche, der mächtigste Laubbaum unserer Wälder um Würzburg begann quasi über Nacht abzusterben.
60.000 Bäume stehen nun als abgestorbene Biotopbäume und zerfallen nach und nach. An Straßen und Wegen müssen sie aus Gründen der Verkehrssicherung geerntet werden, damit sie die Waldbesucher bzw. den Straßenverkehr nicht bedrohen. Deshalb sind sie von den Forststraßen aus nicht sofort zu sehen.
Positiv gesehen können wir nun in den Tiefen unserer Waldbestände mit beigemischten Rotbuchen den natürlichen Zerfallsprozessen zusehen, was natürlich für die Zukunft unseres Waldnaturschutzes eine vorher nicht dagewesene Chance bietet.
Für Waldbesitzer
Diese Bäume wurden im Dezember 2011 als 2-jährige Bäumchen eingepflanzt.
Die Blätter sind größer, langgezogener und ledriger, als die der heimischen Rotbuche.
Auch die winterlichen Knospen sind deutlich größer und langgezogener.
Sie ist ein Klimabaum für die mittleren Berglagen der Mittelgebirge sowie der Tiefebenen des Balkan bis in die Kaukasusgebirge und Elbrusgebirge des Iran.
Im Gegensatz zur heimischen Rotbuche kommt sie mit stark kontinentalen Klimaeinflüssen zurecht (kalte Winter/heiße Sommer).
Oft invasiv in Tieflagenwäldern, weil sehr schattertragend und stark Schatten erzeugend.
Gut geeignet zur Unterpflanzung verlichteter Wälder aus Eiche (Quercus robur), Kiefer (Pinussylvestris), Lärche (Larix div.).
Aufgrund der Absterbeerscheinungen unserer heimischen Rotbuche wird sie in Zukunft ein wichtiges Standbein in den trocken warmen Weinbauklimaten um Würzburg darstellen.
Die Holzverwertung geht vom Möbelholz, Papierholz, Faserholz (Stoffe) bis zum wertvollsten und begehrtesten Brennholz.
In den Iranischen Gebirgstälern gibt es Exemplare, die 5 m dick sind und dann auch mehrere Hundert Jahre alt sind. Sie sollen eindrucksvolle Brettwurzeln ausgebildet haben, wie wir sie von Urwaldriesen kennen.