Castanea sativa

Esskastanie

Für alle Interessierte

Weiterer Name: Edelkastanie

Für Eilige

Diese wertvolle Baumart bildete früher in den Mittelmeerländern ein wertvolles Rückgrat in den Speisegewohnheiten der dortigen alteuropäischen Bevölkerung – sie ist inzwischen auch in Deutschland als Maroni auf den herbstlichen Speisekarten zu finden.

Für Waldbesucher

  • Die Esskastanie hat ihre Schwerpunktverbreitung im Mittelmeerraum sowie in ehemals römischen Siedlungsgebieten nördlich der Alpen.
  • In Südtirol wird die "Marone" als veredelte (weil großfrüchtige) Esskastanie bezeichnet, während die nicht veredelte (weil kleinfrüchtige) Kastanie als "Wildkastanie" bezeichnet wird.
  • In Südfrankreich werden die großformatigen Edelkastanienblätter als Umhüllung für wertvolle Weichkäsesorten verwendet.
  • Wertvolles Möbelholz, Faßholz (Weinbau) und Werkholz für Weidezäune (Südtirol) oder Auflageholz für Gartenmöbel.

Für Waldbesitzer

  • Dieser Kastanienbestand wurde im Dezember 2011 als einjähriger Sämling gepflanzt. Wegen größerer Ausfälle wurde 2014 nochmals nachgepflanzt.
  • Die Edelkastanie wird als wichtige Klimawandelbaumart gehandelt, da sie als wärmeverträglich und trockenheitsertragend wahrgenommen wird. Auch auf relativ armen Buntsandsteinböden (z.B. Spessart, Rhön) ist sie wüchsig und ertragsstark.
  • Trotz ihres extrem schnellen Wuchses hat die Esskastanie einige Tücken:
  • Auf Kalkstandorten scheidet sie aus – dort wird sie nach wenigen Wuchsjahren gelblaubig und stirbt mit der Zeit ab.
  • Sie leidet mit den Jahren an einer Pilzinfektion, die Teile des Kambiums bzw. den ganzen Baum zum Absterben bringt (Esskastanienrindenkrebs). Diese Krankheit wird wiederum von einer Viruserkrankung bekämpft, der sog. Hypervirulenz. Trotzdem sind die Absterbeprozesse messbar und betragen nach einer 30-jährigen Wuchszeit bis zu 10% der vorhandenen Bestandsglieder.
  • Deshalb sollte der Anteil an einem Mischbestand die Marke von 10% nicht überschreiten. Die Gruppengröße von reiner Esskastanie sollte auf 30 x 30 m beschränkt werden.
  • Die Esskastanie eignet sich für einen kurzumtriebigen Solitärwuchsbetrieb. Regelmäßig durchforstet kann sie in 40 Jahren bereits 50 cm dicke Stämme erzeugen, wenn man mit einer Stammlänge von 5-6 Metern zufrieden ist. Ab dem 60. Lebensjahr neigt die Esskastanie zu einem Holzfehler, namens Ringschäle. Nun sollte sie bald geerntet werden, denn sonst zerfällt das wertvolle Brettholz im Sägewerk in unbrauchbare Brettteile.
  • In Klingenberg am Main (Nähe Aschaffenburg) befindet sich ein sehenswerter Bestand. Besonders eindrucksvoll ist die dort praktizierte Niederwaldwirtschaft. Die Stockausschläge der ehemals 100-jährigen Altbäume sind absolut einmalig. Auf diese Weise kann eine sehr gute Pfahlproduktion (Weinbergspfähle!) oder auch Brennholzproduktion erfolgen.

Esskastanie.