Carpinus Betulus

Hainbuche

Für Eilige

Der Volksmund spricht von Persönlichkeiten, den "Heebüchenen" oder den "Hagebüchenen", wenn jemand vor einem steht, mit dem "nicht gut Kirschen essen ist" – also in aller Kürze, wenn mit einer schwierigen Persönlichkeit zu verhandeln ist. So reicht das zähe und harte Hainbuchenholz bis in unsere menschliche DNA hinein und ist somit ein Teil unserer Geschichte im Zusammmenleben zwischen den Menschen geworden.

Für Waldbesucher

  • Die Hainbuche ist vergesellschaftet mit unseren Eichenwäldern, deren lieblicher Kumpan sie ist, denn die Eichen lieben den schattigen Fuß (= Hainbuchen-Unter- und Zwischenstand) und das lichte Haupt (der oberen Kronenbereiche).
  • Der zweite Verbreitungsschwerpunkt war früher in unseren bach- und flußbegleitenden Auewäldern, die jedoch bis auf kleine Reste verschwunden sind.
  • Das Hainbuchenholz hatte in früheren Zeiten wichtige technische Aufgaben, wie beispielsweise Zahnradzapfen in Mühlen, Laufflächen bei Holzhobeln, Klavierhämmer – alles Aufgaben, bei denen ein extrem zähes und hartes Werkholz vonnöten war.

Für Waldbesitzer

  • Die vor Ihnen stehende Hainbuche wurde im November 1996 gepflanzt.
  • Die Hainbuche läßt sich nicht so leicht Naturverjüngen, wie die Rotbuche – Fachleute sprechen davon, dass man sie durch eine ganze Serie von fein abgestimmten Lichtungshieben löffelweise herbeidurchforsten muss. Sie ist eine Dame, die höflich gebeten werden möchte.
  • Wenn alles gut geht, dann samt sie sich allerdings so reichlich an, dass sie die meisten Begleitbaumarten in Bedrängnis bringen kann. Sie ist in den ersten 30 Jahren gegenüber unseren Hauptbaumarten so vorwüchsig, dass oft nur eine alle 2bis3 Jahre stattfindende Jungwaldpflege Abhilfe schaffen kann.
  • Andererseits ist sie eine sehr bodenpflegliche Baumart, deren Laub ein hervorragendes C/N-VErhältnis hat und so ein hervorragendes Regenwurmfutter darstellt. Damit wird der Humusgehalt des Oberbodens zur höchsten Fruchtbarkeit geführt.
  • Sie ist für die freilebende Tierwelt des Waldes ein Leckerbissen und wird sehr stark abgeäst – dafür kann sie sehr gut wieder ausschlagen und nachtreiben.
  • Dies lässt sich in barocken Schlossparks, wie z.B. in Veitshöchheim bei Würzburg besichtigen, wo bis zu 200-jährige Hainbuchen-Schnitthecken und -skulpturen zu bewundern sind.
  • Die Hainbuche kann auf guten Standorten 30 m Höhe erreichen und bis zu 1 m dick werden – dann ist sie allerdings auch bereits 150 bis 200 Jahre alt geworden.

Anekdoten

  • Bei den Römern war alte Hainbuchenheiligtümer (aus uralten Stämmen) dem Saturn geweiht. Dieser bestand aus mehreren Eigenschaften: Die Wärme als Signum alles Lebendigen wurde als eine der Kerneigenschaften angesehen. Ein Pflanzensame erzeugt Wärme, wenn er in die Keimungsphase übergeht – die Wärme köchelt in den Blüten ätherische Öle, die bis zur Samenreife führen.
  • Die Kristallisationskräfte sind ebenfalls eine Kerneigenschaft der Saturnkräfte und wirken beispielsweise im sehr harten und zähen Hainbuchenholz oder auch beispielsweise den kristallinen Kronenaufbau von Nadelhölzern sah man, als von der Saturngottheit erzeugt an.

Hainbuche.