Malus sylvestris

Wildapfel

Für alle Interessierte

Weiterer Name: Holzapfel

Für Eilige

Wenn an den Frühlings-Waldrändern die schneeweiß erstrahlenden Vogelkirschen abgeblüht sind, erscheint als nächste Waldrandblüte die des Wildapfelbaumes. Er ist mit einer Höhe von ca. 7 Meter viel niedriger als die 25 m hohen mächtigen Vogelkirschbäume.

Für Waldbesucher

  • Die Wildapfelblüte zeichnet sich dadurch aus, dass ihre cremeweiße Frühlingsblüte (im Gegensatz zur Wildbirne) mit gelben Staubgefäßen ausgestattet ist.
  • Die äußeren Hüllblätter der sich entfaltenden Blüten erstrahlen dagegen in einem zarten Rosa.
  • Außerdem sind die Blütenstiele im Gegensatz zur den gezüchteten Äpfeln immer kahl.
  • Des Weiteren sind die Triebenden mit Dornen ausgestattet, was bei den Kulturäpfeln nicht mehr der Fall ist.

Für Waldbesitzer

  • Die vor ihnen stehenden Wildäpfel wurden im November 1996 als einjährige Sämlinge angepflanzt. Leider kam bei den damaligen Abladearbeiten, Einschlagsarbeiten und Pflanzarbeiten die auf jeweils 25 Stück gebündelten Wildbirnen- und Wildäpfelbündel durcheinander, so dass sie hier nicht, wie bei den anderen Baumarten in Gruppen getrennt stehen – Irren ist menschlich!
  • In den ersten Jahren nach der Pflanzung sind die Wildäpfel gegenüber den Wildbirnen vorwüchsig und bieten schöne Jahrestriebe, die eine alsbaldige Schaft- und Stammbildung vermuten lassen – leider läßt dieser Trend nach 5-7 Jahren nach und man muss die Wildäpfel gegenüber ihren vorwüchsigen Nachbarn durch stetige Pflegeeingriffe verteidigen.
  • Wenn sie diesen Punkt verpassen, tritt ein, was sie hier an diesem Waldort vor sich sehen: Die benachbarten Hainbuchen und Wildbirnen gewinnen die Oberhand und die Wildäpfel fallen im Wuchs zurück und sind bis auf wenige Exemplare relativ bald verschwunden.
  • Das Anpflanzen von Wildäpfeln bietet für jeden Waldbesitzer große Vorteile:
  • Die Obst- und Gartenbauvereine suchen für ihre Veredelungsarbeiten immer die Wildformen, um deren Satgut für die urtümliche Wurzelkraft als Unterlage der Veredelungsarbeit zu verwenden – worauf der Edelreiß aufgepfopft werden kann.
  • Das Anpflanzen von Wildobstbäumen an Waldrändern ist die Visitenkarte eines jeglichen Waldbesitzes. Fachlich versierte möchten einfach zumindestens an ihren Waldmänteln die jahreszeitlichen Gegenbenheiten von der Frühlingsblüte, zur Sommerfrucht bis zu den Herbstfarben in das Portfolio ihres Waldbesitzes eingearbeitet wissen.
  • In Zukunft brauchen wir einen insektengerechten Waldbau, denn viele nützliche Insektenarten sind dringend auf den Pollen und den Nektar der Frühlingsblüte angewiesen – erst nach dieser Mahlzeit sind sie geschlechtsreif und können Jagd auf waldschädliche Insektenarten machen.
  • Es wäre ein armseliger Waldbau, wenn wir nur die Hochleistungsbäume in unseren Waldbeständen dulden würden – die diverse Vielfalt auch nicht so leistungsfähiger Waldbäume macht erst den Wert einer Waldbewirtschaftung aus, die in Biozönosen denken kann und nicht nur dem "Short-Money-Denken" huldigen möchte.
  • Der Wildapfel war früher in den bach- und flußbegleitenden Auwäldern eine wichtige Mischbaumart und so eng mit den starkwüchsigen Eschen, Ulmen und Erlen verknüpft. Reste dieser wunderschönen Wildapfelaltbäume kann man noch in den Oberläufen der Mainauen in Nähe der Quellgebiete bewundern.

Wildapfel.