Die meisten Weihnachtsbaumkäufer denken, dass dieser überaus beliebte Christbaum aufgrund seines Namens aus nördlichen Regionen stammen könnte – das Gegenteil ist der Fall: Er stammt aus einer warmen Klimazone am Schwarzen Meer.
Für Waldbesucher
Der Name stammt vom finnischen Botaniker Nordmann, der diesen Baum 1838 entdeckte und ihn gleich nach Europa einführte.
Die genaue Heimat ist der westliche Kaukasus (Georgien) sowie das nordöstliche Anatolien (Türkei).
Dort besiedelt sie lichtexponierte Oberhanglagen und Grate – an schattseitigen Hängen kommt sie nicht vor. Hierin unterscheidet er sich wesentlich von unserer heimischen Weisstanne, die auch im tiefen Schatten unserer Wälder gedeihen kann.
Im Exotenwald in Weinheim/Bergstraße gedeiht sie im lufttrockenen Weinbauklima mit bester Trockentoleranz.
Für Waldbesitzer
Die vor Ihnen stehende Tanne wurde im März 2025 gepflanzt.
In seiner Heimat ist sie mit folgenden Baumarten gemischt: Orientfichte (höhere Lagen) und Orientbuche (tiefere Lagen).
An der Trockengrenze (Steppe) beginnt ihr Vorkommen bei 400 m Seehöhe – im Gebirge kommt sie zwischen 900 und 2.000 m Seehöhe vor.
Die Niederschläge sind mit uns nicht vergleichbar und liegen zwischen 1.400 und 2.400 mm Regen (Küstennähe) – in trockeneren Inlandslagen kommt sie auch noch bei 800 bis 1.200 mm vor.
Die Frosthärte wird in der Fachliteratur als Gebirglagenbaumart mit "gut" eingestuft.
Die Bodenansprüche variieren in ihrer Heimat sehr stark und reichen vom bodensauren Granit und Schiefer bis zu basischen Kalkböden und Vulkangesteinen.
Die Naturverjüngungstätigkeit ist ähnlich der anderen mediterrranen Tannenarten auch auf Freiflächen gegeben – sie besitzt damit Pioniercharkakter.
In Georgien stocken bis zu 700 Jahre alte Bestände, die 50 bis 60 m hoch sind und einen BHD mit 1,6 bis 2 m besitzen. Dort reagieren selbst 340 Jahre alte Zwischenständer nach Freistellung mit einem verstärkten Lichtungszuwachs.
In England existieren Anbauten, die im Alter 100 mit 1.800 fm/ha glänzen
In Dänemark wurde bereits 1965 mit 8 verschiedenen Herkünften gearbeitet und signifikante Unterschiede herausgearbeitet. Es müssen also unterschiedliche Klima- und Standortrassen existieren,die leider noch unerforscht sind.
Eine bekannte Eliteherkunft ist die georgische Standortrasse "Ambrolauri", die in gut sortierten Forst-Baumschulen zu bekommen ist – dort gibt es nebenbei erwähnt auch eine bekannte Walnussherkunft (Ambrolauri), die hier auf unserer kurzen Wegevariante als Nr. 8 angepflanzt wurde.
Probeanbauten existieren in den Gemeinden Bergtheim, Eisenheim, Hausen, Kürnach, Unterpleichfeld.