Diese Eichenart ist die seltenste unserer 3 heimischen Eichenarten und ist im Oberrheintal am Kaiserstuhl zuhause. Sie ist ein Spezialist für warm-trockene Waldgebiete im Weinbauklima.
Für Waldbesucher
Die Flaumeiche hat ihren Namen von den zart behaarten einjährigen Trieben, die von diesem Flaum umhüllt sind.
Ihr eigentliches und sehr großes Verbreitungsgebiet liegt rund um das Mittelmeer, wo sie mit den Korkeichen (Quercus suber; Weinkorken!), Zerreichen (Quercus cerris), Blumeneschen (Fraxinus ornus) und Hopfenbuchen (Ostrya carpinifolia) einen mediterranen Mischwald bildet.
Zur Römerzeit wurden beispielsweise die einstmals großen Wäldern Spaniens durch einen intensiven Bergbaubetrieb geplündert, um mit Hilfe von zehntausenden von Sklaven untertage das Gold abzubauen, um die uferlosen Staatsausgaben des römischen Weltreiches zu finanzieren.
Für Waldbesitzer
Die vor Ihnen stehende Jungeiche wurde im Dezember 2011 aus einem getopften zweijährigen Sämling eingepflanzt.
Eigentlich waren es damals über 300 gepflanzte Exemplare. Die Eiche benötigt jedoch eine relativ komplexe bodenbegleitende Pilzflora, die auf einer Acker-Erstaufforstung nicht vorhanden ist. Am Erfolgreichsten wäre die Saat mit Eicheln, was jedoch bei solch einer seltenen Baumart ausscheidet.
Ein Nachteil dieser mediterranen Eiche liegt in ihrem langsamen, oft schrägwüchsigen Aufwuchs, der nur langsam in der oft massiven Begleitvegetation in Gang kommt.
Sie wächst definitiv mindestens um ein Drittel langsamer, als unsere beiden weiteren einheimischen Eichen, die Stieleiche (Quercus robur) und die Traubeneiche (Quercuspetrea)
Im Gegensatz zur mit ihre vergesellschafteten mediterranen Zerreiche (Quercus cerris), die nur zur Hälfte das dunkle Kernholz ausbildet, hat sie jedoch eine ausreichende und gute Verkernung.
Außerdem ist sie sehr lichtbedürftig. Also genau die richtige Baumart für einen flachgründigen felsigen Boden, auf dem normalerweise hauptsächlich verschiedene Straucharten vor sich hin wachsen.
In unserem Fall wächst sie auf einem sehr guten tiefgründigen Lösboden, der über einem stauenden Tonhorizont zu liegen kommt. Hier wird sie die nächsten Jahrzehnte immer wieder von stärker wüchsigen Nachbarbäumen befreit werden müssen, damit sie nicht ins Hintertreffen gerät.