Abies pinsapo

Spanische Tanne

Für Eilige

Zur Römerzeit war der spanische Subkontinent noch von riesigen Wäldern bedeckt – diese verschwanden nicht durch den Schiffsbau, sondern durch den Holzbedarf der ausgedehnten Goldmienen, mit denen das römische Weltreich seine uferlosen Staatsausgaben bezahlte. Ein Heer von Sklaven schürfte dies unter Tage. Kriminell gewordene Sklaven dienten auf den Schiffen als Galeerensklaven, die angekettet die Ruder bedienen mussten.

Für Waldbesucher

  • Diese rare Tannenart gibt es nur noch in 3 sehr kleinen Arealen, wo sie in bergigen Lagen (1.000 bis 1.800 m) von Holzeinschlägen verschont blieb – so konnte sie durch ihre schiere Unerreichbarkeit bis in unsere Zeit überleben.
  • Die spanische Tanne findet man in botanischen Gärten in ganz Europa – natürlich auch in spanischen Parks – dort fällt sie durch ihre dichte Rundumbenadelung auf, deren Zweigchen sich mit relativ spitzen, fast fichtenähnlichen Nadeln umgeben.
  • Die purpurnen männlichen Blütenstände sind sehr auffällig an niedrigen Zweigen gruppiert. Die weiblichen Blütenstände liegen auf den Baumspitzen.
  • Im Exotenwald Weinheim/Bergstraße (Weltnaturerbe) wurden 1879 vom Parkgründer 216 Topfbäume gepflanzt, die er aus dem französischen Orleans bezog. Sie wurden auf einem sehr trockenen Bergrücken gepflanzt, weshalb heute nur noch ein einziges mächtiges Exemplar übrig geblieben ist: Sie war 31 m hoch geworden und ist mit 73 cm BHD ein Prachtexemplar. 1998 brach ein Sturm ihre obere Krone ab, was in den gebirgigen Vorkommen Spaniens an der Tagesordnung ist. Zwischenzeitlich hatte der Baumriese genügend Zeit um eine sekundäre Kandelaberkrone (= mehrere Gipfeltriebe) aufzubauen.

Für Waldbesitzer

  • Die vor Ihnen stehende Tanne wurde im März 2025 gepflanzt.
  • Diese Tannenart mischt sich in ihrer Heimat mit folgenden Baumarten: galizische Eiche, Steineiche, Esskastanie, Schwarzkiefer.
  • Die Niederschläge liegen bei 1.000 bis 2.500 mm und sind damit nicht mit uns vergleichbar. Allerdings fällt im Sommerhalbjahr nur 150 mm Regen, was einem sommertrockenen Klima entspricht.
  • Als Gebirgsbaum hat sie eine ausreichende Frosthärte bis unter minus 20 Grad Celsius
  • Die Bodenansprüche sind in europäischen Arboreten sehr breit gestreut.
  • Der Höhenwuchs in Felslagen liegt bei 12 m, während in geschützten Berglagen 32 m Höhe erreicht werden. Das Alter wird mit 300 Jahren angegeben. Die Massenleistung liegt bei 400 fm/ha.
  • Die Herkunftsgebiete:
    1.Sierra de las Nieves/Provinz Malaga (ca. 1.000 ha)
    2. Sierra del Pinar/S.del Grazelema/Provinz Cadiz (ca. 200 ha)
    3. Sierra Bermeja/Los Realos/Provinz Malaga (2 Bestände mit 50ha)
    Durch Einbeziehung in einen Nationalpark und Reduzierung der Weidehaltung scheint die unmittelbare Gefahr des Aussterbens abgewendet.
  • Die spanische Tanne wurde wissenschaftlich intensiv untersucht und ist deshalb auch im dt. forstlichen Saat- und Pflanzgutgesetz als sog. FoVG-Baumart gelistet. Dies heiß, dass nur Originalsaatgut aus den spanischen Ursprungsbeständen für die Anzucht und Vermehrung erlaubt ist – und nicht das Saatgut aus den einzelnen Parkbäumen.
  • Probeanbauten existieren in den Gemeinden Hausen, Kürnach, Rottendorf.

Spanische Tanne.