Diese fast unbekannte beerentragende Baumart aus dem Weinbauklima ist so selten geworden, dass sie eines Nachzuchtprogrammes bedarf.
Für Waldbesucher
Auffallend ist ihre dekorative Belaubung mit weißen Blattunterseiten (Name!)
Wichtiger Verbreitungsschwerpunkt sind Weinbaulagenwälder, in denen sie auf flachgründigen Felsstandorten einen zähen Überlebenskampf führen.
Wertvolles Insektengehölz (Frühlingsblüte) sowie Vogelschutzgehölz (herbstlicher Früchtesegen).
Für Waldbesitzer
Die Anpflanzung erfolgte 2015 mit einem 2-jährigen verschulten Sämling.
Sie ist in der Jugend relativ schwachwüchsig und wird deshalb von vielen heimischen Begleitbaumarten leicht überwachsen So wandert sie schnell in den Unterstand ab, wo sie unter den Eichen zäh um ihr Überleben ringt. Dort stellt sie ihre Fähigkeit als Halbschattbaumart eindrucksvoll unter Beweis.
Sie wird bis zu 200 Jahre alt und erreicht dabei Höhen von bis zu 20 Meter. Dabei erzeugt sie ein wertvolles Hartholz, das unter dem Sammelnamen "Schweizer Birnbaum" vermarktet wird.
Im Rahmen eines insektengerechten Waldbaues (Blüten und Früchte) sollte diese im Herbst sich wunderschön rotfärbende Laubbaumart viel häufiger angepflanzt werden. Sie wird leicht durch Vogelsaat verbreitet, aber meist wieder heraus gehackt.
Sie kommt auch im submediterranen Flaumeichenwald sowie Schmuckeschenwald vor. Daraus folgt, dass sie sich bei weiterer Erwärmung unseres Klimas als eine wertvolle einheimische Klimawandelbaumart neue Räume erobern wird.
In fränkischen Kalkfelsgebieten bildet sie natürliche Hybriden mit der verwandten Elsbeere (sog. endemische Mehlbeeren). In verschiedenen Seitentälern von Flüssen bzw. Jurahängen haben sich so im Laufe der Evolution samenfeste Nachfahren entwickelt, deren Genom durch mütterliche Gewebebildung (Apomyxis) reproduktiv festgelegt ist.
Prof. Meierott hat sich hier verdient gemacht und verschiedene Subspezies katalogisiert. Auf dem Gelände der Würzburger Landesgartenschau erfolgte 2018 eine Präsentation von verschiedenen Laubtypen dieser sog. Endemischen Mehlbeerhybriden. Diese Hybriden bieten den Vorteil eines verstärkten Wuchses, als ihre Mutterbäume Elsbeere und Mehlbeere. Unter Taxonomen wird diese Sortenvielfalt inzwischen mit dem Sammelnamen "Sorbuslatifolia" bezeichnet.
Im ökologisch botanischen Garten in Bayreuth finden Sie ebenfalls ein ansehnliches Nachzuchtprogramm dieser endemischen Mehlbeerhybriden.