Acer opalus

Italienischer Ahorn

Für alle Interessierte

Weitere Namen: Frühlingsahorn oder Schneeballahorn

Für Eilige

Die vor Ihnen stehenden Bäume sind die seltensten in ganz Deutschland. Es gibt davon nur 7 Altbäume in der Nähe der Schweizerischen Grenze bei Rheinfelden.

Für Waldbesucher

  • Vor Ihnen steht ein Spezialist für trockene und wärmste Waldstandorte – wenn unsere einheimischen Baumarten nicht mehr gedeihen, dann wächst dieser Baum mit Leichtigkeit.
  • Spektakulär ist seine Frühlingsblüte, die mit schwefelgelben hängenden Blütenrispen im April vor Laubaustrieb auffällt. Die gleiche Blütenfarbe hat der Spitzahorn, der als Alleebaum um die gleiche Zeit blüht.
  • Im Herbst färbt er sich in verschiedenen Orangetönen, ähnlich dem Kirschbaum – damit ist er an Waldrändern ein landschaftspflegerischer Begleitbaum, der farblich strukturierend wirkt.

Für Waldbesitzer

  • Die Anpflanzung erfolgte als 2-jähriger Sämling im Dezember 2011.
  • Er ist eine Charakterbaumart der flachgründigen und kalkigen Felsstandorte in mediterranen Ländern rund um das Mittelmeer. Das nördlichste großflächige Vorkommen befindet im Schweizer Jura.
  • Dabei vereint er in seltener Kombination Frosthärte, Hitzeresistenz und Trockenheitserträgnis. Er scheint in mediterranen Ländern noch bei 400 mm Jahresniederschlag zu gedeihen.
  • Sein Holz ist noch härter und schwerer als das hellfarbene Ahornholz – versehen mit einem leichten Rosefarbton.
  • Die Fähigkeit zur Naturverjüngung ist außerordentlich gut entwickelt – in der Schweiz sind großflächigeNaturverjüngungen zu sehen.
  • Höhenmäßig liegt er zwischen dem Feldahorn und dem Bergahorn, also eine Baumart der 2. Höhenklasse. Von Trockenheitskünstlern kann man natürlich keine Spitzenwuchsleistung erwarten.

Anekdoten

  • Bei den Römern waren die Ahornbäume dem Jupiter geweiht. Jupiter war eine hochstehende Gottheit, die aus fernen Weltenweiten in das menschliche Gemeinwesen herein wirkte und mit formvollendeten äußeren Gestaltungen einher ging.
  • Beim Ahorn gibt es einige "Holzfehler" die sehr selten sind und deshalb auch als Rundholz sehr teuer gehandelt werden:
  • Beispielsweise der sog. "Vogelaugenahorn" der aus vielen neben einander liegenden 2 bis 5 mm großen "Augen" besteht – das nach dem Sägen erscheinende Muster ist sehr dekorativ und kommt im Naturwuchs äußerst selten vor.
  • Etwas häufiger kommt die sog. "Riegelung" zustande. Etwa jeder 1.000ste Ahornstamm hat einen querverlaufendes Kambiumwuchs, so dass ein gesägtes Brett lauter Querstreifen aufweist. Dieser Holzfehler wird sehr hochpreisig gehandelt und erzielt jedes Jahr Spitzenerlöse von mehreren tausend Euro pro Festmeter.
  • Jupiter war bei den Römern auch die Gottheit des Klanges: Denken Sie hier an unsere Streichinstrumente, deren innere Konstruktion aus Ahornholz gefertigt wird. Die äußeren Wandteile unserer Streichinstrumente (Geige, Bratsche, Cello, Kontrabass) werden vollständig aus geriegeltem Holz gefertigt. Ausnahme ist die obere Decke dieser Streichinstrumente – sie wird aus einer sehr feinjährig gewachsenen Hochlagenfichte gefertigt, damit der mit den Bögen erzeugte Ton wärmer und klangvoller zur Entfaltung kommen kann.

Italienischer Ahorn.